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DNV Position Ausgabe 5/2018: Unmittelbar vor dem 23. Parlamentarischen Nautischen Abend des DNV fand in Berlin die alljährliche "Seeschifffahrts-Sicherheitskonferenz" des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) statt. Unter der Moderation von Ministerialrat Jan Reche, dem Leiter des Referats Sicherheit in der Seeschifffahrt des BMVI, trugen insgesamt zwölf Referenten aus verschiedenen maritimen Branchen und Tätigkeiten vor, inwieweit sie beziehungsweise ihr Unternehmen oder Engagement zur allgemeinen Sicherheit auf See beitrügen. Ganz allgemein wurde festgestellt, dass sich die Seeschifffahrt im Hinblick auf eine weiter gehende und schließlich vollständige Autonomisierung wegen ihrer höchst sensiblen Beschaffenheit derzeit nur sehr begrenzt eigne.

Der Abteilungsleiter im Ressort Wasserstraßen und Schifffahrt im BMVI, Ministerialdirektor Reinhard Klingen, wünscht sich eine gesellschaftliche Diskussion über den Sinn von künstlicher Intelligenz: "Wie weit wollen wir noch Gott spielen", fragte er ins Publikum. Man müsse erst einmal definieren, was eigentlich autonome Schifffahrt bedeute. Schließlich sei autonom nicht gleichzusetzen mit automatisch. Die Geschwindigkeit der Rechtsetzung könne niemals der Geschwindigkeit der technischen Entwicklung angepasst werden, so Klingen.

 

Zu dem Kernthema des 23. Parlamentarischen Nautischen Abends, der Diskussuion über die Wirksamkeit der Schifffahrtsförderung merkte Klingen an, dass sich die Bundesregierung in nächster Zukunft mit diesem Thema beschäftigen werde, und "evaluieren, ob wir damit unsere Ziele erreicht haben". Klingen sprach von "tiefgreifenden Veränderungen" und sprach hier direkt die bevor stehende Neuausrichtung in der Lotsenausbildung an. Die überaus wichtige Rolle der Lotsen im Hinblick auf eine sichere Seeschifffahrt hatte zuvor der Ältermann der Bundeslotsenkammer, Kapitän Erik Dalege, in seinem Redebeitrag zum Thema Seeschifffahrts-Sicherheit dargelegt. Er widersprach vehement der Einschätzung, die Schiffsführung könne in absehbarer Zukunft von künstlicher Intelligenz ergänzt oder gar ersetzt werden.

Die Vorträge sind unter der Internetadresse www.seeverkehrssicherheit.de einzusehen.