Zum Erhalt seiner globalen Wettbewerbsfähigkeit ist die Exportnation Deutschland auf eine leistungsfähige maritime Infrastruktur angewiesen. Moderne Hafenanlagen und ausgebaute Wasserstraßen sind die Grundlage für weiteres Wachstum des deutschen Exports und der Einfuhr aller wichtigen Güter. In den letzten Jahren ist hier allerdings neuer Investitionsbedarf entstanden.

Schiffbau hat in Deutschland eine lange Tradition. Der Handels- und Containerschiffbau wird derzeit zwar von asiatischen Ländern dominiert. Deutsche Werften spielen aber weiterhin eine erhebliche Rolle auf dem Weltmarkt und für die deutsche Volkswirtschaft in den Geschäftsbereichen Yachten/Superyachten, Kreuzfahrtschiffe, Spezialschiffe, Forschungsschiffe und auch Marineschiffe über und unter Wasser.

Der Zugang zu Kapital, ob Eigen- oder Fremdkapital, ist beim Kampf gegen die Schiffbaukrise in Deutschland ein entscheidender Faktor. Vielseitige Ansätze, seien es spezielle Kreditprogramme oder mehr Klarheit bei der Strukturierung von Investments sind möglich. Um das Problem in den Griff zu bekommen, müssen strukturelle und gesetzliche Grundlagen geschaffen werden die verdeutlichen, wie wichtig einer Exportnation der Erhalt einer großen eigenen Handelsflotte ist.

Quelle: Konferenz HH – Tamm und HANSA, http://www.hansa-online.de/index.html (Hansa-FORUM 19.11.2015)

Europas größter Binnenhafen befindet sich in Duisburg. Über 350.000 Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt von der Binnenschifffahrt ab. Allein dies veranschaulicht die enorme volkswirtschaftliche Bedeutung der Binnenschifffahrt für Deutschland. Nicht nur in Duisburg, sondern in ganz Deutschland ist die Wirtschaft von leistungsfähigen, modernen Wasserstraße, Kanalanlagen und Häfen abhängig.

Der globale Rohstoffbedarf wird noch weiter wachsen. Meeres- und Tiefseebergbau geraten dabei zunehmend in den Fokus und werden durch neue Technologien wirtschaftlich vielversprechender. Neben vielen anderen Nationen hat sich auch Deutschland im Indischen und Pazifischen Ozean entsprechende Explorationsgebiete gesichert, so dass dieses Zukunftsthema auch die Bundesrepublik deutlich mehr betreffen wird.

Der NMMT ist ein zentrales Element für die maritime Koordination in Deutschland. Er ist eine gemeinsame Plattform, um die wirtschaftlichen Potenziale für die deutsche maritime Wirtschaft zu nutzen und weiter zu stärken. Ziel des NMMT ist die Stärkung der technologischen Exzellenz der deutschen Meerestechnik und der weitere Ausbau Deutschlands als Hochtechnologie-Standort für maritime Technologien.
(www.nmmt.de)

Die Zukunft maritimer Technologien ist abhängig von innovativen Entwicklungen. 
Hier bekommen Sie einen Eindruck.

Neue Kraftstoffe für Schiffe erfahren immer mehr Aufmerksamkeit. Dies gilt besonders für Liquid Natural Gas (LNG), dessen Nutzung für die Schifffahrt auf der Ostsee bald vorgeschrieben ist. Aufgrund seiner Effizienz und Umweltfreundlichkeit besitzt LNG im maritimen Bereich relevantes Zukunftspotenzial. Ebenso wird der Transport von LNG über See eine wichtigere Rolle spielen.

Die Informationstechnologie ist einer der größten Wachstumstreiber national und international. Die Auswirkungen reichen in alle maritimen Wirtschaftszweige.

Öl und Gas sind das Lebenselixier der Weltwirtschaft. Auf und unter See produzierte regenerative Energie ergänzt die Energiebedarfe. Der Energietransport findet zum größten Teil über See oder auf dem Meeresgrund statt. Deshalb hat Energiesicherheit eine besondere maritime Dimension. Die Energiesicherheit aller Staaten, auch Deutschlands, hängt von der See ab.

Die Bundesregierung hat die maritime Wirtschaft als Schlüsselbranche eingestuft und ihr eine zentrale wirtschaftspolitische Bedeutung zugeschrieben. Aus diesem Grund hat das Bundeswirtschaftsministerium ein Programm zur Förderung der Forschung bei Schiffbau, Schifffahrt und Meerestechnik aufgelegt.

Fisch ist für Milliarden von Menschen eine wichtige Nahrungsquelle. Gerade durch die wachsende Weltbevölkerung und die steigende Nachfrage nehmen auch die umweltpolitischen Herausforderungen im Bereich der Fischerei zu. Die internationale Gemeinschaft muss beispielsweise versuchen den Kollaps des maritimen Ökosystems durch Überfischung zu verhindern, aber gleichzeitig den Nahrungsbedürfnissen der Menschen gerecht zu werden.

Viele beliebte Touristenziele liegen auf Inseln oder in Küstengebieten. Die Nachfrage nach Kreuzfahrten in allen Weltregionen nimmt zu. Auch private Segelboote und Yachten erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Verantwortungsvoller maritimer Tourismus ist daher ein wichtiges Thema.

Die deutsche Seeschifffahrt ist für rund 100.000 Arbeitsplätze verantwortlich, davon etwa ein Viertel auf See. Sie bietet attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze an und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Gesamterfolg der maritimen Wirtschaft in Deutschland.

Die Meerestechnik umfasst ein breites Spektrum von Anwendungsfeldern. So spannt sich der Bogen von der Offshore-Technik für die Öl-, Gas- und Windenergiegewinnung über den Tiefseebergbau, die Polar- und Umwelttechnik, Unterwassertechnik sowie Robotik bis hin zur zivilen maritimen Sicherheit.

Mehr als 90 % des Welthandels werden über See abgewickelt. Rund 70 % der Weltbevölkerung leben in Küstennähe. Als Quelle von 99 % des weltweiten Fischfangs sind die Ozeane und Meere ein existenzielles Nahrungsreservoir. Mehr als 30 % des Öls und mehr als 25 % des Erdgases werden „offshore“ gefördert. Daher unterliegen nahezu alle Nationen der Welt signifikanten maritimen Abhängigkeiten, die durch Globalisierung und Wirtschaftswachstum weiter zunehmen werden.

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Seit dem Jahr 2000 wird etwa alle zwei Jahre die Nationale Maritime Konferenz durchgeführt. Am 19. und 20. Oktober 2015 findet diese Konferenz in Bremerhaven zum neunten Mal statt. Mittlerweile hat sich diese Konferenz zu einem bewährten Dialogforum zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung entwickelt.

In seiner Geschichte war Deutschland immer schon eine überwiegend kontinental denkende Nation. Auch heute spielen maritime Fragen im sicherheitspolitischen Denken noch nicht die Rolle, die der Komplexität des Themas gerecht würde. Die hohe See ist für die Wahrnehmung in Medien und Öffentlichkeit oft „weit weg“. Durch seine wirtschaftlichen Abhängigkeiten werden die komplexen maritimen Anforderungen an Deutschland allerdings wachsen.

Unser Wohlstand hängt wesentlich vom Handel über die Weltmeere ab. Der Handel über die Weltmeere erfordert sichere Seewege. Eine starke Marine schützt diese Seewege.

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Durch den Klimawandel werden die arktischen Seewege zunehmend länger und besser befahrbar. Der Abbau von Rohstoffen im Hohen Norden rückt stärker in den Bereich des Möglichen. Ungelöste Konflikte um Wirtschaftszonen zwischen den arktischen Anrainerstaaten bleiben dabei eine besondere politische Herausforderung.

Das Mittelmeer ist nicht nur äußerst wichtiger Transport- und Wirtschaftsraum, sondern stellt Europa und Deutschland durch die politischen Transformationsprozesse in Nordafrika und die Flüchtlingsfrage vor neue große Herausforderungen. Gerade die Europäische Union erscheint hier als wichtiger Akteur.

Schon seit Jahrhunderten ist die Ostsee für Deutschland ein wichtiger Handelsweg. Die Weiterentwicklung von Schifffahrt und Transportinfrastruktur spielen hier eine gewichtige Rolle. Durch die sicherheitspolitischen Ereignisse des Jahres 2014 hat auch der Ostseeraum, insbesondere das Baltikum, neue politische Aufmerksamkeit erfahren.

Die Ukraine-Krise hat die Bedeutung des Schwarzen Meeres für die Europäer fundamental verändert. Waren in den letzten Jahren vor allem Fragen des Energietransports (Pipelines) dominant, so sind zuletzt für EU und NATO sicherheitspolitische Aspekte wieder in den Vordergrund gerückt.

Durch den Aufstieg Chinas und Indiens sowie die ankündigte geostrategische Neu-Orientierung der USA nach Asien (pivot/rebalance) erhält der Indo-Pazifische Raum vom Golf von Aden bis Hawaii eine deutlich größere Relevanz. Handeln, Rohstoffbau und Aufrüstung in der Region nehmen zu, so dass die Prozesse im Indo-Pazifischen Raum in den kommenden Dekaden globale Auswirkungen entfalten.

Die zunehmende Nutzung der Meere bringt die Herausforderung zum Schutz vor Verschmutzung mit sich. Neue maritime Umwelttechnologien werden daher eine größere Rolle spielen, um die maritimen Ökosysteme zu schützen.

Deutschlands maritime Sicherheitsstrategie ergibt sich aus den maritimen Sicherheitsstrategien von EU und NATO. Demnach verfolgt Deutschland auf See und von See aus einen kooperativen Ansatz, der auf gemeinsame Problemlösungen durch EU bzw. NATO und mit Partnernationen ausgerichtet ist. Die Möglichkeit zur friedlichen Nutzung der Ozeane und Meere für alle Akteure ist dabei ein wesentliches Ziel Deutschlands.

Globale Krisen, gleich ob wirtschaftlicher oder sicherheitspolitischer Art, ziehen unweigerlich große Auswirkungen auf das maritime Themenfeld nach sich. Wirtschaftliche Krisen verändern Handelsströme, sicherheitspolitische Krisen verändern Machtkonstellationen und die Bedeutung von Seegebieten. Durch den globalen Bedeutungszuwachs des Maritimen werden künftige Krisen auch eine maritime Dimension haben.

Das Deutsche Maritime Institut (DMI) hat 2014 das „Maritime Hauptstadtforum (MHF)“ gegründet und zu Beginn in Berlin vertretene maritime Institutionen zur Mitarbeit in einem Themenbeirat eingeladen. Um das MHF weiter zu entwickeln und strukturell wie finanziell besser abzusichern, wurde gemeinsam von DMI, dem Verband Deutscher Reeder (VDR), Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) und Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) ein übergeordneter Lenkungskreis gebildet.