Schiffbau
Typographie
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times

"Der Marineschiffbau ist eine schützenswerte Schlüsseltechnologie": Jürgen E. Kratzmann im Interview mit dem Geschäftsführer der German Naval Yards Kiel GmbH, Jörg Herwig.
Herr Herwig, seit Eintritt in Ihr Berufsleben sind Sie der maritimen Industrie und dem Unter- und Überwasserschiffbau treu geblieben. Seither haben sich in der Bundeswehr, damit in der Marine, aber auch in der deutschen Werftenlandschaft erhebliche Strukturwandlungen ergeben. Wie beurteilen Sie die derzeitige Situation und welches sind die größten Herausforderungen in der nahen Zukunft?

Der deutsche Marineschiffbau sieht sich seit vielen Jahren einem stetigen Wandel ausgesetzt. Im Ergebnis schrumpft dieser industrielle Sektor zunehmend. Auslöser dieser Entwicklung ist vor allem die Tatsache, dass die deutschen Werften von ihrem natürlichen Auftraggeber, dem Bundesministerium für Verteidigung, vergleichsweise wenige Aufträge erhalten. Dies ist für die Industrie natürlich auf Dauer problematisch. Paradoxerweise stellen wir zugleich fest, dass die Deutsche Marine bei den schwimmenden Einheiten großen Nachholbedarf hat. Obwohl ausreichend Haushaltsmittel zur Verfügung stehen und es um Deutschlands Sicherheit geht, müssen wir jedoch feststellen, dass wichtige Projekte schleppend vorankommen. Vor diesem Hintergrund steht der deutsche Marineschiffbau vor einer ganz zentralen Herausforderung: Trotz schwieriger Umstände müssen wir technologisch wettbewerbsfähig bleiben, weil wir sonst auf dem hart umkämpften Weltmarkt keine Chance haben.

Für nicht wenige maritim Interessierte waren die europäische Ausschreibung des Mehrzweckkampfschiffes (MKS) 180 und die bisherige Entwicklung eine echte Überraschung. Wie ist Ihr Unternehmen derzeit positioniert? 
Wie Sie wissen, ist German Naval Yards der letzte verbliebene deutsche Generalunternehmer im Ausschreibungsverfahren. Unser Ziel ist es jetzt, das beste technische und wirtschaftliche Angebot vorzulegen. Ich bin fest davon überzeugt, dass es in Deutschland möglich ist, Schiffe auf höchstem Niveau zu entwickeln und zu bauen. Daher müssen wir schnellstmöglich zu einer wirklichen Partnerschaft zwischen Industrie und Bundeswehr zurückfinden. In der Praxis bedeutet das, von Tag eins an mit allen Beteiligten eine enge Zusammenarbeit zu finden. Außerdem müssen Prozesse und Entscheidungen auf allen Seiten transparent organisiert und gelebt werden. Mein Blick richtet sich hierbei auf die Beschaffungsbehörde der Bundeswehr, die jeweiligen Nutzer – Marine, Heer oder Luftwaffe – wie auch auf die Industrie, die alle Planungen umsetzen muss. Eine solche Partnerschaft muss aktiv gelebt werden und auf gegenseitigem Vertrauen gegründet sein.

Lesen Sie hier das gesamte Interview auf den pdfSeiten des MarineForums 11-2018.